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Die Aussichten: sparen, sparen, sparen

Wirtschaft

11.03.2010

von Julia Kuckelkorn

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Das Eurozeichen vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt

Die EZB in Frankfurt

SarahC / pixelio.de

Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, die die EU 2007 getroffen hat, sieht man vor allem an den Verschuldungen der EU-Staaten. Die sind enorm gestiegen – und es wird Jahre dauern, bis die Verschuldung auf das Niveau von vor der Krise gesunken sein wird.

Es ist das günstigste Szenario, doch es klingt immer noch beängstigend: Es könnte 16 Jahre dauern, bis die Euro-Länder ihre Schulden so weit reduziert haben, dass sie den Maastricht-Kriterien entsprechen. Das rechnet die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem Monatsbericht vor (11.03.2010). Dafür müssten die Staaten, die den Euro als Währung haben, ihre Verschuldung um jährlich ein Prozent zurückfahren.

 

Ziel: der Stabilitätspakt

Tatsächlich wird es wohl länger dauern: Die EU fordert von den Staaten nämlich nur einen Schuldenabbau um 0,5 Prozent pro Jahr. In diesem Fall würde es laut EZB 20 Jahre dauern, bis die Schuldenquote auf den Stand von vor der Finanzkrise sinkt. Der Stabilitätspakt erlaubt den EU-Ländern eine Verschuldung von 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die Auswirkungen der Krise haben dafür gesorgt, dass dieser Wert in den Euro-Ländern im Schnitt auf knapp 80 Prozent gestiegen ist.

Demonstranten ziehen durch eine Straße

Die Griechen sind mit dem Sparplan nicht zufrieden

Foto: Reuters/Yiorgos Karahalis

Das Sorgenkind der EU ist weiterhin Griechenland. Mit einer Neuverschuldung von knapp 13 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (erlaubt sind laut Stabilitätspakt 3%) kommen auf den Staat schwierige Zeiten zu: Die EU setzt die Regierung unter Druck, effektive Sparmaßnahmen zu ergreifen. Innerhalb eines Jahres soll das Defizit auf 8,7 Prozent verringert werden. Die griechische Regierung will dieses Ziel mit einer erhöhten Mehrwertsteuer und einer Senkung der Einkommen der Beamten und Rentner erreichen.

Die griechische Gesellschaft reagiert mit Unmut und Streiks auf die Sparpläne der Regierung. Am Donnerstag (11.03.2010) protestierten die Gewerkschaften der Privatwirtschaft und des öffentlichen Dienstes mit einem 24-stündigen Streik gegen die Kürzungen.

 

Was nicht geschehen soll

Im schlimmsten Fall, den die EZB in ihrem Monatsbericht vorstellt, würde die Verschuldung der Länder im Jahr 2026 150 Prozent des Bruttoinlandsproduktes betragen. Das könnte passieren, wenn die Länder keinerlei Sparmaßnahmen ergreifen.

(Quelle: Reuters)

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