Ihr Hobby: Leben retten
Die Feuerwehr will die Jugend sensibilisieren
Foto: RTV Slowenien
Sie retten Leben, löschen Brände und sind bei Hochwassern im Einsatz. Alles in ihrer Freizeit und ohne Lohn. Die Freiwillige Feuerwehr in Slowenien hat eine lange Tradition. Die Berufung geht oft vom Großvater über den Sohn auf den Enkel über.
Die Zahlen sprechen für sich: In Slowenien gibt es 600 Berufsfeuerwehrleute – und über 130.000 Freiwillige. Sie seien nicht nur im Einsatz, wenn es brennt, sondern auch wenn Gefahrgut-Transporter unterwegs sind oder bei Stürmen und Hochwassern, erklärt Mirko Lešnik, Präsident eines großen Verbandes der Freiwilligen Feuerwehr.
Teurer Einsatz
Der Einsatz der Freiwilligen ist immer ehrenamtlich. Ihre 14-tägige Ausbildung erhalten sie in ihrer Urlaubszeit. Wenn sie mitten in der Nacht oder am Sonntag ausrücken müssen, bezahlt ihnen das niemand. Problematisch werde es, wenn ein Einsatz in die Arbeitszeit der Männer und Frauen falle, sagt Lešnik. Denn den Arbeitgebern entstehen finanzielle Verluste, wenn ihr Mitarbeiter plötzlich ausrücken muss.
Viele Arbeitgeber in Slowenien stellen ihre Mitarbeiter für eine bestimmte Anzahl von Tagen im Jahr frei, an denen sie bei der freiwilligen Feuerwehr eingesetzt werden können. Und an denen sie den vollen Lohn bekommen. Wie viele Tage das sind, entscheidet der Arbeitgeber. Doch vor allem kleine Betriebe schreckten oft vor den Kosten zurück, so Lešnik. "Inhaber von Familienbetrieben, bei denen sich die Bilanz des Betriebes gleich im eigenen Geldbeutel auswirkt, beschäftigen freiwillige Feuerwehrleute nur ungern. Manchmal stellen sie sie sogar vor die Wahl: Entweder arbeitest du bei mir oder du bist Feuerwehrmann!"
Alle wollen sie, aber keiner will zahlen
Um das zu ändern, müsse der Staat das Feuerwehrgesetz ändern, sagt Lešnik. Bislang drohe der Staat einem Unternehmen mit Sanktionen, wenn freiwillige Feuerwehrleute ihren Verpflichtungen nicht richtig nachgehen können. "Stattdessen hätte der Staat Geld in die Hand nehmen müssen und zum Beispiel Steuererleichterungen anbieten müssen. Und wir hätten deutlicher betonen sollen, dass es für einen Arbeitgeber auch ein Vorteil ist, einen gut ausgebildeten Feuerwehrmann im eigenen Betrieb zu haben."
"Jeder sagt, dass die freiwillige Feuerwehr unverzichtbar ist, aber niemand will Geld investieren", kritisiert der Feuerwehrmann. Dabei fielen viele Kosten an, auch für die Freiwilligen selbst: zum Beispiel für Kontrollbesuche beim Arzt oder eine nötige zusätzliche Krankenversicherung.
Früh übt sich
Trotz dieser Probleme will die Freiwillige Feuerwehr ihren Einsatz sogar noch verstärken: Sie will die Menschen in Slowenien darüber aufklären, wie man Gefahren vorbeugen kann. Auch in den Schulen. In der Grundschule gebe es inzwischen das Fach "Schutzmaßnahmen bei Naturkatastrophen und anderen Unfällen", erzählt Mirko Lešnik. "Ich finde es sehr positiv, dass die Schüler mit dem Thema vertraut gemacht werden. Es ist zwar ein Wahlfach, aber wir setzen auf das Interesse der Kinder." Und es könne auch nicht schaden, früh um Nachwuchs zu werben, ergänzt er.
Die Sendung zum Thema
- Hören Sie mehr darüber, wie Europa Brände bekämpft, in der Sendung Treffpunkt Europa am 12.03.2010 .
Mehr Informationen im Web


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