Das Ende des Kommunismus
20 Jahre nach dem Zusammenbruch des Ostblocks
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Dossier Index
20 Jahre nach dem Zusammenbruch des Ostblocks
Das Jahr 1989 war das bedeutendste Jahr in der Geschichte Europas seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Länder in Ost- und Mittelosteuropa haben damals ihre Freiheit wiedererlangt, nachdem sie jahrelang unter einem totalitären System gelitten hatten. Polen, Ungarn, die DDR, die Tschechoslowakei, Bulgarien und Rumänien konnten endlich ihre Zukunft selbst bestimmen. Die Unabhängigkeit der ehemaligen Ostblockländer war ein Katalysator für die Entwicklung der europäischen Beziehungen und Auslöser für die Auflösung der Sowjetunion und Jugoslawiens in den folgenden Jahren.
Den zwölf Monaten, die Europa damals erschütterten, gingen Jahrzehnte des totalitären Regimes und immer wiederkehrender Unabhängigkeitskämpfe voraus. Vor 1989 endeten viele davon in Tragödien: die sowjetische Armee marschierte 1956 in Ungarn ein, die Armee des Warschauer Paktes überfiel 1968 die Tschechoslowakei, und in Polen wurde 1981 das Standrecht eingeführt.
Der Runde Tisch in Polen als Startschuss
Der Zusammenbruch des kommunistischen Blocks begann mit dem Runden Tisch in Polen. Die Regierung von Februar bis April 1989 hat zum ersten Mal mit der damals verbotenen Gewerkschaft Solidarnosc verhandelt. Sie wollte versuchen, die wachsenden sozialen Unruhen zu zerstreuen. Die Folge des Runden Tischs: Am 4. Juni fanden die ersten teilweise freien Wahlen in einem kommunistischen Land statt, die eine neue Regierung mit einem nicht-kommunistischen Premierminister und oppositionellen Politikern hervorbrachten.
Der Zusammenbruch des Kommunismus in Ungarn lief ähnlich ab. Das Land wurde durch Verhandlungen mit Reformern demokratisiert. Ungarn schwächte außerdem den Ostblock, als es seine Grenze zu Österreich öffnete und so tausende Ostdeutsche in den Westen fliehen konnten.
Im Oktober 1989 feierte die Deutsche Demokratische Republik (DDR) ihren 40. Geburtstag - und nur ein paar Wochen später, am 9. November, fiel die Berliner Mauer. Das war nicht nur der Beginn der deutschen Wiedervereinigung, sondern auch das symbolische Ende des Kommunismus in Europa.
Der bulgarische Staatschef Todor Schiwkow wurde ein paar Tage nach dem Fall der Mauer aus seinem Amt gedrängt. Und obwohl ein Veteran der kommunistischen Bewegung seinen Platz einnahm, war dieses Ereignis der Startschuss für eine demokratische Bewegung in Bulgarien.
In Prag begannen am 17. November die Proteste, die die Opposition einen Monat später in Tschechien an die Macht brachten.
Die blutigsten Ereignisse fanden in Rumänien statt. In der zweiten Dezemberhälfte begannen die Menschen in Timişoara und später auch in Bukarest, gegen den verhassten Diktator Nicolae Ceauşescu zu protestieren. Zuerst wurden diese Proteste brutal unterdrückt, doch die Armee weigerte sich schließlich, auf Zivilisten zu schießen und wandte sich gegen Ceauşescu. Seine Hinrichtung am 25.12.1989 markierte das Ende des Kommunismus in Rumänien.
Vom Ostblock in die EU
Die Ereignisse des Jahres 1989 waren der Beginn einer Reihe von Veränderungen, die die ost- und mittelosteuropäischen Länder auf dem Weg zu demokratischen Staaten durchliefen. Es gab viele Probleme: Technologische Entwicklungen waren rückständig, und eine Wirtschaftskrise, die durch Jahrzehnte der Planwirtschaft hervorgerufen wurde, traf die Länder hart. In dieser Zeit schwankten die Menschen in ihrer Unterstützung für die Reformen und ermöglichten so den früheren Kommunisten, in einigen Ländern wieder die Führung zu übernehmen.
Seit der Kommunismus vor 20 Jahren zusammengebrochen ist, hat sich in Europa viel getan. Die Beitritte von ost- und mittelosteuropäischen Ländern zur Europäischen Union haben ihre Wirtschaft angekurbelt. Die Gesellschaften sind bereit, an der europäischen Gemeinschaft teilzunehmen. Nur 20 Jahre zuvor waren ein freier Markt und Bürgerrechte für diese Länder des Ostblocks noch ein Traum - heute sind sie Realität.


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von Gina
11.05.2010
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