Geschichte auf der Kinoleinwand
Der Fall der Berliner Mauer und die Wiedervereinigung Deutschlands sind ein wichtiger Teil der europäischen Geschichte und Kultur. Sie haben viele Regisseure inspiriert: von düsteren Kunstfilmen über Spionagethriller bis hin zu Komödien.
Der Film „Berlin is in Germany“ von dem deutschen Regisseur Hannes Stöhr erzählt die Geschichte von Martin Schulz. Im Juli 1989 wird der DDR-Bürger wegen Totschlags verurteilt. Als er im Jahr 2001 aus dem Gefängnis entlassen wird, hat sich seine Welt völlig verändert: Das Berlin, das er kannte, gehört der Vergangenheit an. In dem neuen Berlin gibt es nur noch einige Spuren des alten Ost-Berlins, die Schulz wieder erkennt – versteckt in vergessenen Ecken. Es ist wie eine Zeitreise für ihn, der elf Jahre draußen verpasst hat. Schulz stolpert von einer Schwierigkeit in die nächste, als er versucht, in dieser neuen Welt seinen Platz zu finden.
Ein andere deutscher Film, der sich mit dem Thema beschäftigt, ist „Good Bye Lenin“ (mehr...) von Wolfgang Becker. Doch die Wende wird hier aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet. Alexander Kerner liebt seine Mutter – und versucht darum, die Zeit für sie zurückzudrehen. Denn seine Mutter ist eine überzeugte Sozialistin, die kurz vor dem Fall der Berliner Mauer nach einem Herzanfall in ein Koma fällt. Die Ärzte warnen Alexander davor, seine Mutter aufzuregen, als diese im Juni 1990 wieder aufwacht. Also versucht er, die Wende und alle Veränderungen von ihr fernzuhalten.
Rebellen, Spione und Verschwörungen
Dissidenten in Westdeutschland und die bekannte Staatssicherheit der DDR bieten ebenfalls Stoff für viele Filme.
Der Film „Die Stille nach dem Schuss“ von Volker Schlöndorff und Wolfgang Kohlhaase hat wieder einen anderen Blick auf die Trennung und die Wiedervereinigung Deutschlands. Der Fall der Berliner Mauer wird hier als eine Metapher für den Zusammenbruch des politischen Idealismus gesehen. Rita Vogt, die Hauptperson des Films, ist eine westdeutsche radikale Marxistin und Mitglied einer Gruppe, die versucht, mit Gewalt die kapitalistische Gesellschaft zu zerstören.
Sie flieht nach Ostdeutschland, nachdem die Gruppe einen Polizisten erschossen hat. Rita bekommt von der Stasi eine neue Identität als Arbeiterin in einer Textilfabrik. Ihre neuen Kollegen sind erschrocken über ihren politischen Aktivismus und sie hat Probleme, sich in das System einzufügen, dass sie so lange idealisiert hat. Der Fall der Berliner Mauer schließlich beendet Ritas Leben in Anonymität und löst eine Kette von Ereignissen aus, die zu ihrem Tod führen.
Anders als Filme wie „Good Bye Lenin“, der das Leben in der DDR mit einer gewissen Nostalgie zeigt, färbt der Film „Das Leben der anderen“ (mehr...) diese Zeiten nicht schön. Der Film von Florian Henckel von Donnersmarck zeigt, welchen Preis die Bürger der DDR zahlen mussten in ihrem Leben unter einer kommunistischen Diktatur. Er zeigt auch, wie viel Zeit und Anstrengungen die Stasi investiert hat, um die Menschen in Ostdeutschland auszuspionieren. Und der Film zeigt, wie all das das Leben der Spione und deren Opfer verändert hat.




