Mit dem Zelt nach Nordkorea
Bei den Polen hat sich viel verändert seit 1989, auch das Reisen. Ging es früher in großen Gruppen oder mit dem Zelt gen Osten, reisen die Menschen heute gerne ans Mittelmeer. Die Wende hat es möglich gemacht.
Die polnische Ostseeküste und die Beskiden, ein Gebirge im Süden des Landes: Das seien vor 20 Jahren die beliebten Urlaubsziele der Polen gewesen, erzählt Jolanta Bączek vom Reisebüro "Orbis" in Warschau. Viele Menschen haben damals die Zugtickets und Busfahrkarten für ihre Reisen hier gekauft.
Urlaub in befreundeten Ländern
Junge Polen fuhren damals eher in die Masuren. Als Anhalter und mit einem Zelt brauchten die jungen Menschen so gut wie keinen Komfort. Meist waren sie in Gruppen unterwegs – ähnlich wie ihre Eltern. Zu kommunistischer Zeit war das Gemeinschaftsreisen, oft mit Arbeitskollegen, keine Seltenheit.
Für Anspruchsvolle hatte auch die Volksrepublik Polen ein Auslandsangebot. Ein beschränktes, versteht sich. Ein Urlaub im Westen konnte doch zur Gefahr werden. Darum gingen die Reisen in Länder, die heute undenkbar wären: "Nordkorea war damals ein Reise-Hit. Heute ist es doch so ein unzugängliches Land, damals war das noch ganz anders – weil das Land zum Block der kommunistischen Staaten gehörte, ähnlich wie Kuba", erzählt Jolanta Baczek.
Das neue Reiseziel: Ostalgie
Die Sowjetunion, Ungarn, die Tschechoslowakei, die Krim und vor allem die "Goldenen Strände" in Bulgarien waren die Ziele, die der sozialistische Staat für sinnvoll hielt und erlaubte. Heute, wo sie sich frei entscheiden können, fahren die Polen lieber ans Mittelmeer. Und es kommt ein neuer Trend auf: Reisen - oder zumindest Ausflüge - in die kommunistische Vergangenheit des Landes.
- Hören Sie mehr darüber, wie sich das Reisen nach der Wende 1989 verändert hat in unserer Sendung "Reisen und Genießen" am 09.10.2009 (mehr...) .
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