Rentnerarmut in Bulgarien
In Bulgarien leben 2,2 Millionen Rentner. Mehr als die Hälfte von ihnen hat monatlich weniger als das von der Regierung festgesetzte Existenzminimum von 110 Euro zum Leben. Doch das reicht natürlich hinten und vorne nicht. Und so fristen viele bulgarische Rentner ein elendes Dasein.
In Bulgarien leben 1,3 Millionen alte Menschen in Armut. 140 Euro bekommt ein bulgarischer Rentner durchschnittlich im Monat, oft sogar weniger als die Hälfte. Im Schnitt verdient ein Bulgare heute 300 Euro im Monat. Rund 200 Euro ist das Minimum, das man braucht, um hier zu überleben. Nach einem langen Arbeitsleben bedeutet das für viele Hunger und Not. Besonders schlimm ist die Lage in den Städten. Explodierende Lebensmittelpreise und teure Medizinversorgung drängen alte Menschen an den Rand des sozialen Abgrunds. Die Folge: Immer mehr Senioren gehen auf die Straße. Sie betteln, sammeln Müll oder verkaufen Blumen – oft bis zur völligen Erschöpfung.
Kein Geld für das Nötigste
Abends um acht auf der Graf-Ignatiew-Straße, im Zentrum von Sofia. Es ist eisig kalt. Wer jetzt noch unterwegs ist, eilt nach Hause ins Warme oder in eine der umliegenden Kneipen. Am Straßenrand sitzt Rada, 72 Jahre alt, das Kinn in den Mantelkragen gedrückt. Auf einem alten Pappkarton verkauft die Rentnerin Wollsocken – das Paar für einen Euro fünfzig. "Ich bitte die Menschen um Hilfe, doch die meisten gehen einfach vorbei. Zwei Paar Socken habe ich heute verkauft. Davon bleibt ein Euro für mich."
Rada kämpft mit den Tränen. So habe sie sich ihren Ruhestand nicht vorgestellt, sagt sie. Schließlich habe sie ihr Leben lang gearbeitet. Vierzig Jahre lang hat Rada in einem staatlichen Betrieb in der Provinz Schreibmaschinen repariert. Heute bekommt sie eine Rente von umgerechnet 63 Euro im Monat.
"Das reicht gerade mal fürs Essen. Aber es bleibt nichts übrig für Strom und Heizung. Ich habe Asthma und brauche Medikamente. Wovon soll ich das alles bezahlen? Darum stehe ich hier auf der Straße."
Betteln um zu Überleben
Ein paar Häuserblocks weiter auf Sofias Flaniermeile, der Witoschka. Die Läden haben bereits geschlossen. Räudige Hunde dösen vor dem Schaufenster einer Edelboutique. Daneben, in einen Hauseingang gequetscht, sitzt eine alte Frau. Sie ist neunzig Jahre alt. In ihrer zittrigen Hand hält sie einen zerknüllten Pappbecher.
Sie ist verzweifelt: "Jemand ist in meine Wohnung eingebrochen. Ich hatte mir etwas zusammengespart, jetzt ist alles weg. Meine Tochter hat mich im Stich gelassen. Nun stehe ich hier in der Kälte und bitte um Almosen." Ihre Rente, knapp 80 Euro, habe sie bereits aufgebraucht. Ein neues Türschloss musste her. Nachts sitze sie allein zu Hause und warte auf den Tod, sagt sie.
Keine Hilfe vom Staat
Unweit von der Witoschka entfernt, sitzt Sawa Garbusanow in einem heruntergekommenen Café. Der Vorsitzende des bulgarischen Rentnerverbandes hat kein eigenes Büro. Hilfe vom Staat bekommt der Verband nicht. Jeden Cent, den er erwirtschaftet, gehe an die Rentner, sagt er. Denn sie haben es dringend nötig. "Wir Rentner sind heute so arm, wie noch nie. Wir leben unter dem Existenzminimum. Der Grund dafür ist nicht nur das verfehlte Rentensystem. Unsere Politiker haben uns schlichtweg bestohlen. Alles, was wir aufgebaut haben, ist in private Hände gelangt. Wir aber haben nicht genug zum Essen."
Sawa Garbusanow ist ein stämmiger alter Mann mit weißem Haar. In den vergangenen Jahren hat er immer wieder Rentner-Demonstrationen organisiert. Sie demonstrierten gegen die Rentenpolitik der Regierung und für ein Altern in Würde. Doch die Erfolge blieben aus. Heute kommen nur noch wenige zu den Demonstrationen, sagt er. Wie es weitergehen soll, weiß Sawa Garbusanow nicht.
Hören Sie zu diesem Thema in unserer Sendung Menschen und Märkte am 19.01.2010. (mehr...)
Weitere Informationen zum europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung (mehr...)
Other
Renterarmut... das ist relativ---Genauso wie in Grossbritannien die ihr Geld verheizen
frueher konnten sie mit 110 Euro toll leben heute nicht!?
Morgen konnen die Menschen dort genausowenig mit 200 oder 300 Euro dort leben, dieses Spiel wird sich nie aendern, da dies Auswirkungen der Inflation im Land sind, die wiederum die Maerkte und Geldpolitik im jeweiligem Land ausmachen.
Meine Meinung ist etwas Futuristisch aber Logisch
Machen wir den Euro zur Goldwaehrung, fuehren wir fruehere Waehrungen ein, die ohnehin noch Notieren (lira, Franc...) die fixen Wechselkurs haben zum euro (kleine Gefahr liegt natuerlich dass ein Schlaumayr zwischen den Laendern dreht dh Kurse der einzelnen Waehrungen,
Rohstoffe werden also dann ueber den Euro gekauft.. sichert im Land die Preise
Koppeln dann die Bulgarische Waehrung an die Europaeische (Loesung des Inflationsproblems)
und der Usd wird abbhaengig gemacht vom Euro ,
nicht umgekehrt ( da in der Vergangenheit das Gold in den Staaten so leicht verlohren ging, Golddollar daher kein Golddollar)
Die Amerikanische Wirtschaft kriegt dann nichts mehr geschenkt, aber haben auch keine Inflation im Land, (der Normalbuerger schaetzt das sicher)
zieht natuerlich Kassensturz nach sich und Neubewertung der Wirtschaft....
und bringt sicher so manches ans Tageslicht.
Der Euro wuerde dann natuerlich zur Weltwaehrung.
(Natuerlich gibt es dann ein Hamsterproblem- reiche Leute, die ja nur dann in den Euro vertrauen und nicht mehr in den Usd.....kaufen wie verrueckt den Euro ein..
dann sind die Preise bei Basisrohstoffen gesichert, und dann muesste die Waehrung im Verhaltnis zu gekauften Produkten wieder im Einklang sein,
Muss aber dazusagen dass ich kein Freund von Boerse und Co bin,
immerhin gibts ja fuer diese Investoren ja Las Vegas,(am Roulett kann man wesentlich hoehere chancen als bei so mancher Internetaktie ob draus was wird, und ausserdem kennen sie das Ergebnis im Naechchsten Augenblick, umbringen werden sie sich weniger kaum da sie ja einen eventuellen Verlust in kauf nahmen..)
warum soll also der Arbeiter der taeglich zur Arbeit geht mit einer Jahresinflation von 15-30 % belohnt werden, und
am Ende bekommt dann das 1 Kind keine Schuhe und das Letzte nichts zu beissen, die Oma muss frieren weil sich die Strom- Rechnung wiedereinmal um 30% verteuert hat, mehr als im Vorjahr,
es hilft keinem Foerderungen nach unten zu schicken, die dann sowieso versickern als Not und Uebergangsloesung, koennte man den Omas einen Zuschuss der Dezemberrechnung und Jaennerrechnung in der Hoehe des Normalverbrauchers Energie auf diese Rechnung gewaehren, falls eine solche Umstellung (Inflation) noch zu lange dauert. (ps ich vertraue nicht den Energieunternehmen dort auch nicht der Regierung, eher noch wuerde ich einen Woechentlichen Betrag an die Kirche schicken die dann eher entscheiden, und die Situartion im Dorf kennen.
m.




