Frische Produkte direkt vom spanischen Bauernhof
Immer mehr Menschen kaufen Bio-Produkte. Sie glauben, das sei besser für die Gesundheit und besser für die Umwelt. In Europa haben sich grüne Verbraucher-Kooperativen gegründet, die Lebensmittel direkt vom Erzeuger kaufen. Wir haben eine in Spanien besucht.
Wenn die Konsumenten direkt am Produktionsort einkaufen, werden Transportkosten und Benzin gespart. Und die Kunden können sich davon überzeugen, wo und wie die Lebensmittel angebaut werden und sicherstellen, dass es sich um Bio-Produkte handelt, die nicht mit chemischen Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden.
Umweltschutz durch geändertes Konsumverhalten
Judith Quintana gehört einer solchen Kooperative an und erklärt, worum es geht: "Wir sind eine Gruppe von Leuten, die gemeinsam einkaufen gehen. Dabei ist uns wichtig, dass wir nur beim Erzeuger und nur lokale Bio-Produkte einkaufen. Wir bringen eigene Einkaufstüten und Körbe mit, sodass die Lebensmittel nicht zusätzlich verpackt werden müssen. Es geht uns nicht um Recycling, sondern darum, von vorneherein gar keinen Müll zu produzieren." Außerdem wird darauf geachtet, nur saisonales Obst und Gemüse zu kaufen. Judith Quintana kauft zum Beispiel keine Tomaten im Winter und keine Orangen im Sommer. Das spart Energie, die sonst für Gewächshäuser und Kühlhäuser benötigt wird, und trägt so zum Umweltschutz bei.
Große Supermärkte lehnt Judith Quintana prinzipiell ab und würde dort nicht mehr einkaufen gehen: "Das Problem an Supermarktketten ist, dass es dort keine Produkte gibt, die lokal sind und biologisch angebaut wurden. Es gibt mehrere Zwischenhändler, was bedeutet, dass die Bauern nur sehr wenig Geld bekommen und manchmal kaum überleben können." Um dem Druck des Marktes standhalten zu können, so Judith Quintana, müssten solche Bauern aggressive chemische Pestizide und Düngemittel verwenden, die die Umwelt sehr belasten.
Ein Modell für alle?
So harmonisch und simpel der Ansatz der grünen Kooperative auch scheint, es gibt auch eine Kehrseite des Bio-Booms. Wenn auf einmal jeder Bio-Produkte kaufen würde, kämen die Bauern aus der Region mit der Produktion nicht mehr hinterher. Bereits jetzt werden Bio-Produkte über lange Strecken transportiert, weil die Nachfrage in Europa so enorm gestiegen ist. Damit werden die Bedingungen geschaffen, die Judith Quintana und ihre Kooperative kritisieren. Und wenn man den Ansatz konsequent verfolgt, dürfte man keinen Kaffee mehr trinken, keine Bananen essen und auch keine Schokolade. Denn all das wächst bei uns in Europa nicht.




