Semana Santa in Spanien
Spanien ist bekannt für die katholischen Feierlichkeiten während der Osterwoche. Die Gläubigen gedenken in dieser Zeit, gemäß ihren regionalen Traditionen, dem Leid, dem Tod und der Wiederauferstehung Jesus Christus.
Im ganzen Land organisieren zahlreiche Bruderschaften, die Cofradías, Prozessionen, die tausende von Menschen auf die Straßen locken. In Spanien und auch Italien werden diese alten katholischen Traditionen immer noch immer bewahrt. Encarna Cara aus Murcia zum Beispiel ist die die Tradition der "Semana Santa", der Karwoche, sehr wichtig. "Wir im Süden sind eng mit der Kirche verwurzelt", erklärt sie. "Der Ostersonntag ist in Murcia sehr wichtig."
Bei der Prozession, erklärt sie, gebe es eine Szene, bei der plötzlich ein Mann, als Teufel verkleidet, an seiner Seite zwei gefesselte Engel, auf den auferstandenen Christus zuspringe - und dieser Mann sei ihr Cousin. Seit sie denken könne, spiele immer ein Mitglied aus ihrer Familie diesen Teufel.
Die Teilnahme an der Prozession ist freiwillig
Manuel Zamor ist Präsident des Rates der Bruderschaften des Erzbistums Barcelona. Er kennt die Unterschiede zwischen damals und heute: "Die Nazarenos tun Buße. Heute fügen sie sich keine Qualen mehr zu. Früher haben sie sich selbst gegeißelt, aber das kommt heute nicht mehr vor. Sie laufen mit maskierten Gesichtern und Kerzen in den Händen, um Jesus Christus den Weg zu leuchten." Diese Bußen haben sie sich selbst auferlegt, sagt er. Die Teilnahme an der Prozession sei freiwillig.
"Die Buße besteht aus der Prozession von der Kirche der jeweiligen Bruderschaft hin zur Kathedrale und zurück", sagt Natalia Vega. Sie ist Mitglied in einer Bruderschaft in Sevilla. "Man läuft in einer bestimmten Tracht und hat das Gesicht verdeckt. Das ist ein religiöses Zeichen. Es ist eine Form der Buße. Du gehst wie ein Opfer, um von Sünden erlöst zu werden oder um dich für Ereignisse des letzen Jahres zu bedanken", erklärt sie das Phänomen der verkleideten Teilnehmer an der Prozession.
Die Prozessionen locken die Touristen an
Die Festivitäten während der Osterwoche stammen aus dem Mittelalter. Sie beginnen an Palmsonntag mit der Prozession des Einzugs von Jesus in Jerusalem und enden an Ostermontag mit der Auferstehung von Jesus Christus. Einige Prozessionen in Spanien haben das internationale Interesse geweckt. Und immer mehr Touristen kommen, um sich das Spektakel anzuschauen.




