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Legale Immigration

Abschrecken und anlocken: Wie die EU in Mali Auswanderung steuern will

Migration

10.11.2008

von Marc Dugge, Rabat

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  • Abschrecken und anlocken: Wie die EU in Mali Auswanderung steuern will
  • Neuer Migrationspakt soll die EU-Einwanderungspolitik steuern
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In Mali hat EU-Entwicklungskommissar Louis Michel am 06. November 2008 ein "Zentrum für Migration" eingeweiht. Dort können sich Afrikaner über legale Möglichkeiten zur Emigration informieren. Außerdem will das Zentrum Sprachkurse anbieten und Forschung betreiben, um das Phänomen Migration besser verstehen zu können. Die EU finanziert die Einrichtung. Sie soll dazu beitragen, legale Migration besser zu steuern und die illegale Auswanderung zu senken. Ein erfolgversprechendes Modell?

Claude kommt aus dem Kongo. Seit Jahren lebt er im Wald. In den Hügeln von Oujda, einer marokkanischen Stadt an der Grenze zu Algerien. Von dort wollte er nur noch weg. „Ich bin über die Zentralafrikanische Republik nach Kamerun geflohen. Über Nigeria und Benin in den Niger, dann nach Algerien – bis hierher. Sechs Monate lang war ich unterwegs! Wenn ich wieder etwas Geld habe, werde ich weiterreisen“, so Claude. Claude wird den Sprung nach Europa zu wagen. Er hat es schon oft versucht.

 

Migranten aus dem Süden stranden in Nordafrika

 

Immer mehr illegale Auswanderer wie Claude strömen aus dem Afrika südlich der Sahara nach Norden. Und wie er stranden sie immer öfter in Nordafrika, weil Europa seine Grenzen immer dichter macht. In Marokko, Algerien, Lybien oder eben Mali. Das Land ist eines der wichtigsten Transitländer für die Flüchtlinge. Von hier aus ziehen viele in den Senegal oder nach Guinea-Bissau weiter, von wo aus sie versuchen, auf die Kanarischen Inseln zu gelangen. Vor diesem riskanten Unterfangen wollen die rund 30 Mitarbeiter des Zentrums warnen. Und: Sie wollen beraten, wie man ganz legal den Sprung nach Europa schaffen kann. „Die illegale Migration floriert hier. Das liegt auch daran, weil potentiellen Migranten nicht genügend Möglichkeiten angeboten wurden, legal auszuwandern“, so Badra Alou Macalou, Minister in Mali für afrikanische Integration.

 

Job-Center oder Alibi-Veranstaltung?

 

Ein Job-Center für Arbeitsplätze in Europa soll das Zentrum allerdings nicht werden. Eine Schwäche, sagt Karl Kopp, Europareferent der Organisation Pro Asyl. „ Sie werden an dem Leidensdruck der Menschen, die auswandern wollen oder fliehen müssen, nichts ändern. Wir sehen die Gefahr, dass dieses Zentrum doch eher als Alibiveranstaltung oder Deckmäntelchen herhalten muss.“

 

EU bislang ohne Konzept zur legalen Einwanderung

 

Ein Deckmäntelchen dafür, dass die EU noch keinen rechten Weg gefunden hat, wie sie mit dem Phänomen der Migration umgehen soll, meint Kopp. Tatsächlich gibt es zwar eine gemeinsame Politik zum Schutz der Außengrenzen, also zur Abwehr von illegalen Migranten. Bei Gesetzen zur legalen Einwanderung kocht jeder Mitgliedsstaat aber bisher sein eigenes Süppchen. Der amtierende EU-Ratspräsident Nicolas Sarkozy möchte das gern ändern. Er will Migration in Zukunft besser steuern können um hochqualifizierte Arbeitskräfte nach Europa zu locken.

 

Migrationszentrum als EU-Veranstaltung?

 

Da passt das Zentrum für Migration gut ins Konzept. Kommissionssprecher Amadeu Altafaj-Tardio wehrt sich aber dagegen, dass es sich bei dem Zentrum um eine EU-Veranstaltung handelt. Vielmehr solle es Mali dabei helfen, eine Einwanderungspolitik zu entwickeln. „Es handelt sich keinesfalls um eine europäische Einrichtung auf afrikanischem Boden. Das Zentrum ist der Regierung Malis unterstellt, es wird nur bei Personal und Material von der Europäischen Kommission unterstützt.“Immerhin mit 10 Millionen Euro in den kommenden vier Jahren. Für diese Summe wird die EU in dem Zentrum ein Wörtchen mitreden wollen.

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