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Ein Landpfarrer in der Provence
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Beinahe jede französische Gemeinde hat ihren afrikanischen Priester. In Aubignan haben sich sieben Gemeinden zur Pfarrgemeinde Dentelles zusammengeschlossen. Pater Alollinaire Onanéna aus Kamerun wurde 2005 an die Spitze des Zusammenschlusses von Aubignan berufen.
Pater Apollonaire Onanéna tauft Ivanhoé an diesem Sonntag in der Kirche von Beaumes de Venise. Am Ende der Messe ist die Famille ganz hingerissen. „Wir hatten wirklich unseren Spaß mit Pater Apollinaire. Er ist wirklich sehr sympathisch und er hat so viel Freude mit sich gebracht."
Seit fünf Jahren ist Onanéna im Bistum Avignon, vor drei Jahren wurde er in die Gemeinde von Aubignan berufen. Die Berufung war ein Austausch zur Missionszusammenarbeit zwischen der französischen Kirche und der Diözese Bafia in Kamerun. „Jede Kultur hat ihre Werte: Afrika bringt seine Werte der Offenheit, des Empfangens und der Freude. Ich finde, dass dies ein wichtiger Beitrag ist“, sagt er.
Dörfer vor dem Aussterben bewahren
Der 58-jährige Pater Onanéna es geschafft, „seine“ sieben Kirchengemeinden zu mobilisieren. „Man muss das soziale, das menschliche Leben und unsere Dörfer auf allen Ebenen reanimieren“, erklärt er. Ländliche Gebiete hätten ihre Besonderheiten. „Wenn man nichts für das gemeinsame Leben der Menschen tut, ob das nun auf medizinischer oder kirchlicher Ebene ist, dann werden diese Dörfer aussterben und eines Morgens verschwunden sein.“
Seine Ausbildung hat er teilweise in einem Priesterseminar in Kanada absolviert. Heute ist er auf den kurvenreichen Straßen mitten in den Weinbergen der Provence unterwegs. Im Laufschritt springt Pater Onanéna in sein Auto – die nächste Messe findet in dem Dorf Suzette statt.
Schwung aus Afrika
In der Steinkapelle sind weniger als ein Dutzend Gläubige versammelt. Die Atmosphäre ist sehr gesellig. Der Pater begrüßt seine Gemeinde. Onanéna sei ein sehr lebendiger Priester, sagt er von sich selbst. „Ein Priester, der hier ein bisschen frischen Wind reinbringt. Zum Glück haben wir Afrika, das vor ein paar Jahren evangelisiert wurde und jetzt Frankreich zu Hilfe eilt und Schwung in unsere Gemeinden bringt“, lacht er.
Ein Priester, der mit seinen Dörfern eins ist. „Wenn man irgendwo empfangen und aufgenommen wird, dann gehört man zu diesem Ort, und ich gehöre ich zu den Menschen hier“, sagt er. Es sei sehr wichtig, alles zu tun, damit die Gesellschaft ihre Anhaltspunkte wieder finde.
Pater Onanéna will die Jugendlichen anziehen
Mit dem Handy in der Hand verabschiedet sich der moderne Priester von seinen Gläubigen – und schon ist er wieder unterwegs zu seiner nächsten Mission. „Ich habe den Menschen hier immer wieder gesagt, dass eine Messe in meiner Heimat ein Fest Gottes ist. Das ist es, was ich hier einzubringen versuche, um die Jugendlichen anzuziehen, um diejenigen anzuziehen, die sich nicht für die Dinge Gottes interessieren“, erklärt er.
Er fange mit kleinen afrikanischen Feiern an, dann füge er nach und nach ein paar Kleinigkeiten hinzu. „Das können beispielsweise Lieder sein, die aus Afrika kommen und ins Französische übersetzt wurden und die so einen gewissen Anklang finden könnten.“
Pater wie Apollinaire Onanéna gibt es in Frankreich Tausende. Die meisten von ihnen kommen aus dem frankophonen Afrika. Früher oder später müssen sie aber alle wieder in ihre Heimatdiözesen zurückkehren, um ihren Platz anderen Missionaren zu überlassen.


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von m
16.02.2010
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