Legale Immigration
Manfred Weber: Migrationsexperte im Einsatz für die „Blaue Karte“
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Dossier Index
Wir brauchen Immigranten - aber wie?
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- Manfred Weber: Migrationsexperte im Einsatz für die „Blaue Karte“
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Wenn Manfred Weber redet, hört man ihm an, wo er herkommt. Er ist Niederbayer, liebt den bayrischen Wald, Passau, Landshut und Kelheim. Und das ist gut so, findet er: "Ich bin ein sehr heimatverbundener Mensch. Ich bin bayrischer Europäer, so würde ich mich bezeichnen. Mein Lebensmittelpunkt ist ganz eindeutig Niederbayern. Der Landkreis Kehlheim, die Hallertau, das ist meine Heimat."
Manfred Weber ist 1972 in Niederbayern geboren worden, dort ist er aufgewachsen, hat sich ehrenamtlich in der Landjugend engagiert und Gitarre in einer Band gespielt. Dann hat er hier die Ochsentour durch die Gremien der konservativen Christlich-Sozialen-Union gemacht:
"Mein Einstieg in die Politik war etwas untypisch. Ich habe mich mit 16 Jahren mit den Grundsatzprogrammen der Parteien beschäftigt. Ich habe die tatsächlich durchgelesen, das machen die wenigsten. Dann hab ich mich für die CSU entschieden. Ich war damals schon sehr umweltbewegt. Die Achtziger Jahre waren sehr umweltbewegte Zeiten. Ich habe mich aber trotzdem für die CSU entschieden, habe ich mich dann in der Jungen Union engagiert. Dort habe ich den klassischen Weg gemacht über den Ortsvorsitzenden zum Landesvorsitzenden und jetzt eben hier."
Unabhängigkeit durch eigene Unternehmen
Manfred Weber hätte also auch Grüner werden können, entschied sich dann aber doch für die Konservativen. Politische Vorbilder, einzelne Personen mag er nicht nennen. Viele Spitzenpolitiker hat er auf europäischer Ebene inzwischen kennengelernt. Da gibt es viel Licht und viel Schatten, wie überall, sagt der Diplom-Ingenieur für Physikalische Technik. Bevor er 2004 ins Europäische Parlament kam, hat Manfred Weber studiert und in der Umweltbranche zwei Firmen gegründet, natürlich in Niederbayern:
"Mir ist diese Unabhängigkeit, wenn ich morgen, nächstes Jahr nicht mehr gewählt werde bei der Europawahl, dass ich dann weiß, wo ich mein Geld verdienen kann, das ich geistig und materiell unabhängig bin, das ist mir immer enorm wichtig gewesen. Deshalb bleibe ich an den Unternehmen soweit dran, dass ich dort auch wieder mein Geld verdienen kann."
Bayer und Gesamteuropäer Im Europäischen Parlament und Straßburg und Brüssel vertritt er niederbayrische Interessen. Da geht es vor allem um Landwirtschaft und Umweltschutz, aber auch um Mittelstandförderung. Trotzdem versteht sich Manfred Weber als gesamteuropäischer Abgeordneter und kümmert sich für seine Partei um die europäische Migrationspolitik. Für die konservative Fraktion im Parlament fungiert er als innenpolitischer Sprecher:
"Politische Arbeit ist Querschnittsaufgabe. Man soll kein Fachidiot sein, deshalb muss man in der Lage sein sich in andere Themen einzuarbeiten. Man braucht Fachleute, die einem den Sachstand zurufen, aber man muss dann selbst in der Geamtverantwortung entscheiden und auch andere Themen berücksichtigen."
Einsatz für die „Blaue Karte“
Manfred Weber wirbt für einheitliche, klare und relativ strenge Regeln, die überall in der EU gelten sollen. Legale Einwanderung sollte nur für hochqualifizierte Bewerber erleichtert werden, glaubt der bodenständige Niederbayer. Deshalb arbeitet er an der Schaffung der so genannten „Blauen Karte“, einer Einwanderungserlaubnis für Europa, mit. Das europäische Projekt will er vor allem seinen Wählerinnen und Wählern daheim näher bringen, die immer noch arge Vorurteile gegen die anonyme bürokratische Macht in Brüssel hegen:
"Ich arbeite seit vier Jahren an dem Projekt, dass Europa, sprich das Parlament, in der Region wahrgenommen wird. Ich wage aber keine Prognose inwieweit mir das gelungen ist. Ich glaube es ist wichtig zu erklären, dass es hier ganz normal abläuft parlamentarisch, dass man Mehrheiten braucht im Parlament und im Rat. Die "black box" Brüssel muss ein wenig entzaubert werden und aufgeschlossen werden für die Bürger, damit die mal dahinter schauen."
Möglichst viel Zeit verbringt Manfred Weber in Niederbayern. Für die Europastädte Brüssel oder Straßburg hat er nicht viel übrig: "In Brüssel und auch in Straßburg bin ich nur in der Sitzungszeit. Deshalb muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich sowohl von Brüssel als von Straßburg vom Stadtleben noch nicht viel mitbekommen habe."
Auf jeden Fall kandidiert er im Juni nächsten Jahres für eine zweite Legislaturperiode im Europäischen Parlament.


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