UN Klimakonferenz
Kopenhagen 2009
-
Dossier Index
Kopenhagen 2009
- Zwischen Wollen und Nicht-Wollen
- CO2-Bewußtsein
- Kopenhagener Atmosphäre - der Euranet-Blog
- Vor dem Gipfel in Kopenhagen - der Euranet-Blog
- 6. Dezember – Der Klimawandel-Zirkus landet in der Stadt
- 8. Dezember – Auffallen um jeden Preis
- 10. Dezember - Es geht zur Sache
- 11. Dezember – Probelauf für Massenproteste
- 14. Dezember: Hallo Hopenhagen!
- 16 Dezember – Gipfel im Belagerungszustand
- 17. Dezember - Kopenhagen auf dem Tiefpunkt
- 18. Dezember – Der Tag der letzten Chance
- Wird´s wärmer?
- Nach der Klimakonferenz in Kopenhagen
Kopenhagen – innerhalb der letzten Monate ist die dänische Hauptstadt zu einem Symbol geworden für zähes Ringen um Maßnahmen gegen die globale Erwärmung. Vom 7. bis 18. Dezember hat dort die 15. UN-Klimakonferenz stattgefunden.
Immer wieder neu rückt der Klimaschutz ins Zentrum des öffentlichen Interesses. Die Beispiele aus den letzten Monaten sind zahlreich: Zuletzt war es zum Beispiel am 3. November, als die globale Erwärmung Gehör in der Weltpolitik fand. Es war eine Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die unmittelbar darauf in den Medien als „historisch“ bewertet wurde – und die die Bedeutung des Klimagipfels von Kopenhagen aufs Neue betonte.
„Es gibt keine Zeit zu verlieren“, mahnte Merkel vor dem US-Kongress im Hinblick auf den Klimawandel und forderte die Vereinigten Staaten auf, sich dem Europäischen Kurs anzuschließen. „Es besteht kein Zweifel: Die Welt schaut im Dezember auf uns, auf Europa und Amerika. Und […] ich bin davon überzeugt: Wenn wir in Europa und Amerika zu verbindlichen Verpflichtungen bereit sind, werden wir auch China und Indien davon überzeugen.“ Sie erhielt minutenlange stehende Ovationen – nur einige Konservative verweilten in ihren Sitzen.
Von Kyoto nach Kopenhagen
Der Enthusiasmus für Klimaangelegenheiten in den USA ist insofern erstaunlich, als die Vereinigten Staaten diejenigen waren, die eine Ratifizierung des Kyoto-Protokolls von 1997 ablehnten. In dem Abkommen sich die Mitgliedsstaaten der EU und weitere 37 Industrieländer verpflichtet, ihre Treibhausgas-Emissionen zu verringern – um durchschnittlich fünf Prozent im Vergleich zu 1990. Die USA, nach dem Zentrum für globale Entwicklung im Jahr 1997 der größte Emittent weltweit, lehnten das Protokoll ab. Das soll in Kopenhagen nicht geschehen. Eine umfassende Beteiligung möglichst aller Staaten der Erde ist das erklärte Ziel – inklusive des heutigen Spitze auf der roten Liste der größten Treibhausgas-Verursacher: China.
Im Jahr 2012 läuft das Kyoto-Protokoll aus – und Kopenhagen soll ein verbindliches Folgeabkommen bringen. Bedeutende Weltpolitiker scheinen motiviert zu sein: US-Präsident Barack Obama teilte im September mit, dass „keine Nation, egal ob klein oder groß, arm oder reich“ vor den Folgen des Klimawandels flüchten könne. „Die Antwort unsere Generation auf diese Verantwortung hat geschichtliche Dimensionen. Für den Fall, dass wir ihr nicht begegnen, riskieren wir, zukünftigen Generationen eine unumkehrbare Katastrophe zu hinterlassen. Und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso verkündete: „Wir werden den US-Präsidenten treffen und sagen: `Lass uns Kopenhagen zum Erfolg führen!´“ Nichtsdestotrotz sind viele Probleme noch ungelöst.
Die Frage der Verantwortung
Es wird ein Kampf ums Geld: Ärmere Länder, angeführt von China, fordern eine CO2-Reduktion der Industrieländer. Sie seien schließlich für die derzeitigen Folgen hauptverantwortlich. Reichere Staaten, angeführt von den USA, berufen sich auf die Tatsache, dass bevölkerungsreiche Staaten wie China und Indien weiter wachsen und die Hauptverantwortlichen für die Emissionen der Zukunft sein werden.
Die Europäische Union ist in sich in einem ähnlichen Konflikt: Es stellt sich die Frage, wer das 15-Milliarden-Euro-Paket bezahlen soll, das es den sogenannten Entwicklungsländern möglich machen soll, alternative und sauberere Energiequellen zu finden und zu nutzen. Ärmere EU-Länder, wie Polen, fordern eine Art „Vermögensprüfung“ – nach der würden reichere Nationen wie Großbritannien, Frankreich und Deutschland mehr Anteil tragen, weniger wohlhabende Staaten, überwiegend in Zentral- und Osteuropa, zahlten weniger.
Kopenhagen hat also ehrgeizige Ziele. Die dänische Regierung verkündet derweil, sie wolle die COP15-Konferenz mit einer globalen Einigung, an der alle Staaten der Erde beteiligt sind, enden sehen. Ernste Zweifel sind vorhanden.


del.icio.us
Mister wong
digg
blogMarks
Facebook
von mike
16.02.2010
Other
--