Folgen des Klimawandels - Der UN-Klimabericht von 2007
Der Klimawandel ist da und er ist von uns Menschen gemacht. Das hat der vierte Bericht des UN-Weltklimarats aus dem Jahr 2007 eindeutig festgestellt. Heute werden fast doppelt so viele Treibhausgase in die Luft geblasen wie noch 1970. Der Weltklimarat stellte fest, dass diese menschlichen Treibhausgase mit hoher Wahrscheinlichkeit die Ursache dafür seien, dass sich die Erde kontinuierlich aufheize. Die Folgen seien so vielfältig wie dramatisch.
„Das Ziel ist gegenwärtig die Vermeidung einer Erderwärmung um mehr als zwei Grad. Wenn wir über zwei Grad hinaus gehen, dann sind die globalen Schäden so groß, dass man sie kaum noch beherrschen kann“, so Hans Joachim Schellnhuber, Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung.
Wolfgang Lucht, Biosphären-Forscher und Institutskollege von Schellnhuber, hat am Bericht des Weltklimarats mitgearbeitet. Lucht warnt, dass die Artenvielfalt und ganze Ökosysteme vom Klimawandel bedroht sind: „Simulationen mit dem sehr hoch angesehen englischen Klimamodell des Hadley Centers zeigen, dass im Laufe des 21. Jahrhunderts der Niederschlag speziell im Amazonas-Bereichs sehr stark zurück gehen könnte, und zwar so stark, dass der tropische Regenwald wie wir ihn kennen, absterben würde - aus Wassermangel.“
Arme Länder am stärksten betroffen
Extreme Wetterverhältnisse werden zunehmen, das gilt als sicher. Weite Teile Afrikas und der Mittelmeerraum könnten austrocknen, während andere Regionen mit Starkregen und Überschwemmungen zu kämpfen haben werden. Dabei müssen die heute schon armen Weltregionen mit den größten Klimaschäden rechnen.
Lange nahm die Wissenschaft an, positive Folgen des Klimawandels könnten die ökologischen Schäden abmildern. Das hält der IPCC-Bericht für unwahrscheinlich. Ein Grund dafür ist der unerwartet starke Anstieg des Meeresspiegels. Man nahm bisher an, dass die Pegel weltweit nicht mehr als einen Meter klettern werden. Diese Prognose ist inzwischen überholt. Hans Joachim Schellnhuber geht davon aus, dass ganze Küstengebiete überschwemmt werden könnten: „Wir müssen uns eher einstellen auf einen Meeresspiegelanstieg von einem Meter in diesem Jahrhundert. Das hängt massiv zusammen mit einer beschleunigten Abschmelze der Himalaya-Gletscher und des grönländischen Eisschildes.“
Klima-Killer Russpartikel
Ursache für diese massive Erderwärmung sind nicht nur Treibhausgase wie Methan, CO2 oder Lachgas. Nach jüngsten Forschungen heizt auch die Luftverschmutzung unsere Atmosphäre massiv auf. Dabei geht es vor allem um Rußpartikel, meint Hans Joachim Schellnhuber.
20 Prozent der Partikel, die das grönländische Eisschild grauer machen und dadurch mehr Wärme absorbieren lassen, stammen nachweislich aus den chinesischen Kohlekraftwerken. "Wenn die Fläche eben nicht mehr so weiß ist, reflektiert sie Sonnenlicht nicht mehr so gut, wird wärmer und schmilzt eben noch schneller ab", erklärt Schellnhuber. Dasselbe gelte für die Himalaya-Gletscher. "Das heißt die Luftverschmutzung spielt eine massive Rolle bei der Beschleunigung des Klimawandels", so der Potsdamer Forscher.
Weniger Ruß macht die Reduktion von Treibhausgas noch wichtiger
Doch die Rußpartikel haben zwei Seiten: Einerseits erwärmen sie die Erde. Andererseits kühlen sie die Atmosphäre aber auch. Denn hoch oben am Himmel reflektieren die Partikel Sonnenlicht und dämpfen so die Erderwärmung, so der US-Klimaforscher Veerabhadran Ramanathan von der Universität von Kalifornien. Und er sagt voraus: Wenn Rußpartikel – auch Aerosole genannt - durch moderne Umwelttechnik aus der Luft verschwinden, werde sich die Erde wesentlich schneller erwärmen als auch vom Weltklimarat vorhergesagt.
„Wenn man alle Daten nimmt, die der Weltklimarat IPCC gesammelt hat, komme ich zu dem Schluss, dass wir bereits so viele Treibhausgase in die Atmosphäre abgegeben haben, dass dies für eine Erwärmung um 2,5 Grad Celsius sorgen wird", sagt Ramanathan. Das liege über der zwei Grad-Grenze, die die Europäische Kommission als Schwelle für einen gefährlichen Klimawandel ansehe. "Aber ich sage nicht, dass wir diese schmutzigen Aerosole in der Atmosphäre halten sollen, um uns vor der Erwärmung der Erde zu schützen. Meine Arbeit weist darauf hin, dass durch die Reinigung der Luft von den Aerosolen die Dringlichkeit den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken noch größer wird", sagt der US-Klimaforscher Veerabhadran Ramanathan.
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Weiterführende Links:
- Der Weltklimarat (IPCC) (mehr...).
- Was macht der Weltklimarat? Informationen bei der Bundeszentrale für politische Bildung (mehr...).




